Kreativität – oder die Befreiung des Geistes

Seit längerem – oder eigentlich mein ganzes Leben – beschäftige ich mich immer wieder mit Fragen der Vereinfachung und der Befreiung des Geistes.

Für uns Kreative ist der grösste Feind der eigene Zensor, der Zensor ist eine Art Filter den sämtliche Ideen und Hirngespinste durchlaufen müssen um entweder angenommen und weiterverfolgt oder komplett abgelehnt zu werden. Er besteht aus den Dingen, die ich als gesellschaftlichen Balast bezeichnen will – Vorurteile, Begrenzungen durch Glauben und Aberglauben, finanzielle/gesellschaftliche Beschränkungen, Selbstbewusstsein, festgefahrene Vorstellungen etc… Dieser Zensor tötet sozusagen die kreative Muße und je älter man wird, desto ausgeprängter fungiert leider auch unser Zensor. Kennen wir nicht alle jene verbohrten Alten, die gar nicht mehr in der Lage sind neuen Ideen positiv und offen gegenüber zu stehen? Nun genau jene sind die Opfer ihrer eigenen Vorurteile und festgefahrenen Meinungen von denen sie keinen Zentimeter mehr abweichen können, ohne es teilweise selbst zu verstehen.

Kinder hingegen können unbekümmert experimentieren, Neues erforschen und Fehler machen ohne sich ständig mit Selbstkontrolle und -verurteilung zu quälen, sie können ihre eigenen fehlerhaften Werke fröhlich lieben ohne sie als schlecht zu verdammen und sich stundenlang unsinnigen Aufgaben zuwenden ohne dies pausenlos zu hinterfragen… Der kindliche Geist ist per se frei, ein Kind ist weder schlecht noch gut, die kindliche Grundveranlagung ist zutiefst sozial, es hat einen natürlichen Lerninstinkt und erforscht seine Umwelt und Neues vollkommen wertfrei (siehe Jean Liedloff, „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“). Das bedeutet also, dass das, was uns immer wieder zurückkhält, eine Summe aus den eigenen Erfahrungen, dem erworbenem Wissen und dem Verhalten anderer uns gegenüber (oder im allgemeinen) ist und wir also theoretisch auch dazu in der Lage sein sollten uns wieder davon lösen zu können.

So wie wir uns ab und zu von unserem Gerümpel in der Wohnung befreien sollten („Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags, Karen Kingston“) – so sollten wir auch unsere Gedanken von Zeit zu Zeit lüften und die eigenen Meinungen und Überzeugungen hinterfragen, bzw. sich radikal von dem lösen, dass uns nur unnötig zurückhält oder von dem abhält, das wir eigentlich zu tun in der Lage sind.

Vieles von dem was wir glauben oder als gegeben hinnehmen kommt nicht von uns und hat rein gar nichts mit uns oder unserem Leben zu tun und doch lassen wir uns davon massiv beeinflussen. Das fängt bei dem an, was wir in der Kindheit als Grenzen und Dogmen erfahren haben, was andere und wir selbst uns tagtäglich eintrichtern – Sätze wie „das geht nicht“, „das schaffst du nie“, „das macht doch gar keinen Sinn“, „Du spinnst wohl nur rum“ oder „dafür hast du nicht das Geld“, „das ist kein richtiger Job“ etc. prägen sich sehr viel tiefer in unser Bewusstsein ein, als uns lieb ist und sind oft der Grund warum wir unseren besten Ideen keinen Glauben schenken und unsere Euphorie sogleich begraben. Diese beständige Negativprogrammierung führt auf Dauer dazu, dass es uns nicht mehr möglich ist die Dinge aus verschiednenen Blickwinkeln zu betrachten, kontrovers zu denken und Neues zu kreieren, bzw. in unsere eigene Kraft und unser Können zu vertrauen.

Dazu gibt es auch einen treffenden Spruch:
„Alle sagen das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hatte es einfach gemacht…“

Die grössten Visionäre unserer Zeit mussten hart und ausdauernd gegen die Barrikaden in den Köpfen anderer ankämpfen um ihr Business zu starten und nur ihr unerschütterlicher Glaube an ihre eigene Idee und an sich selbst hat sie dahin gebracht wo sie heute stehen – man lese dazu nur die Entstehungsgeschichten von apple oder Ikea als prominenteste Beispiele.

Aber unser grösster Feind ist gar nicht mal die Borniertheit und das Unverständnis der anderen Leute sondern die Grenzen die wir uns selbst auferlegen – sprich eben unser eigener Zensor. Ich habe im Laufe der Zeit auch festgestellt, dass die Religion und der allgemeine Aberglaube sehr viele Aspekte beinhaltet, die uns in gewisse Schranken verweisen und zum grossen Teil mit Ängsten oder Überzeugungen beladen, die objektiv betrachtet vollkommen überflüssig und für die eigene Entfaltung sehr hinderlich sind. Da ich selbst nicht religiös erzogen wurde kann ich dies mit einem grossen Abstand betrachten ohne dabei gleich in irgendwelche inneren Glaubenskonflikte zu geraten oder aus Angst vor dem Allmächtigen in einer geistigen Starre verharren muss. Ich bin aus tiefster Überzeugung liberal und bin weder für noch gegen einen Glauben, noch kritisiere ich irgendwelche Glaubensgrundsätze, noch deren Anhänger – aber ich denke, dass ein bisschen scharfer Menschenverstand oder eine vorübergehende Loslösung von diesen religösen Dogmen plötzlich neue Blickwinkel entstehen lassen und vor allem ein innerliche Befreiung von einem anscheinend immerwährendem psychisch-moralischen Druck bedeuten kann.

Auf diese Idee kam ich vor allem, als ich über folgendes Zitat (von anonym) stolperte, hier das Original in englisch:

The world is meaningless, there is no God or gods, there are no morals, the universe is not moving inexorably towards any higher purpose. All meaning is man-made, so make your own, and make it well. Do not treat life as a way to pass the time until you die.
Do not try to „find yourself“, you must make yourself. Choose what you want to find meaningful and live, create, love, hate, cry, destroy, fight and die for it. Do not let your life and your values and you actions slip easily into any mold, other that that which you create for yourself, and say with conviction, „This is who I make myself“.
Do not give in to hope. Remember that nothing you do has any significance beyond that with which imbue it. Whatever you do, do it for its own sake. When the universe looks on with indifference, laugh, and shout back, „Fuck You!“. Rembember that to fight meaninglessness is futile, but fight anyway, in spite of and because of its futility.
The world may be empty of meaning, but it is a blank canvas on which to paint meanings of your own. Live deliberately. You are free.

Für viele mag dies vielleicht zu radikal, zu gottlos und zu anstössig sein, aber dies ist nicht unbedingt als Provokation gemeint sondern als Anstoss zum Umdenken. Was ist wenn es keine Vorhersehnung gibt, keinen allwissenden Gott, der unser Schicksal lenkt und überwacht, was ist wenn es weder eine übergeordnete Moral noch eine universelle Ordnung gibt? Was ist wenn wir tatsächlich in der Lage sind unser Leben vollkommen selbst zu bestimmen, bzw. wir und nur wir selbst die Verantwortung für uns und unser Glück tragen? Was ist wenn es kein Schicksal gibt und unsere gesamte Existenz schlicht auf der unwahrscheinlichen Verkettung von zufälligen Begebenheiten beruht, die ohne Sinn und Bedeutung entstanden sind?

Das Universum hat erwiesenermassen keinen Beginn (im Gegensatz zu den Schöpfungsgeschichten mancher Religionen) und es wird auch kein Ende haben und daher kann es sehr gut möglich sein, dass unser Dasein darin blosser Zufall ist und keinerlei tiefere Bedeutung hat… Ich weiss schon jetzt, dass viele dies als Gotteslästerung verstehen werden (und mich beschimpfen), aber es geht mir nicht um eine Glaubenskritik gegen irgendeine Religion sondern nur darum sich selbst von uralten Dogmen zu befreien (Religion und Aberglaube reichen zumeist tausende von Jahren zurück), die uns nur in Schranken verweisen, die vielleicht für die Gesellschaft, einzelne Institutionen und das allgemeine Zusammenleben förderlich sind – aber für die Entfaltung der eigenen Kreativität nicht sonderlich viel taugen.

Ein Querdenker hat weder Angst um sein Seelenheil noch um die schlechte Meinung anderer, er lässt sich nicht beirren in dem was er tut und er trägt die vollkommene Verabtwortung für sein Glück selbst, er lässt sich nicht in Schubladen stecken noch in irgendeiner Form unterdrücken. Ein echter Querdenker/Kreativer ist frei und ist dadurch in der Lage Dinge zu erreichen oder umzustetzen die andere für unmöglich halten.

„Der Handelnde ist immer gewissenlos; es hat niemand Gewissen als der Betrachtende“
(„Johann Wolfgang von Goethe, Werke – Hamburger Ausgabe Bd. 12, Maximen und Reflexionen“)

„Der Mensch, welcher nicht zur Masse gehören will, braucht nur aufzuhören, gegen sich bequem zu sein; er folge seinem Gewissen, welches ihm zuruft: „sei du selbst! Das bist du alles nicht, was du jetzt tust, meinst, begehrst.“
(Friedrich Nietzsche, Werke I – Unzeitgemäße Betrachtungen“)

Etwas davon steckt in jedem von uns und wir sollten alles hinterfragen, was uns ein NEIN aufgibt – sehr wahrscheinlich werden wir dann feststellen, dass wir zu sehr viel mehr in der Lage sind, als wir vorher je für möglich gehalten haben…

In diesem Sinne auch:

„Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte.
Ich wollte das Dasein auskosten. Ich wollte das Mark des Lebens einsaugen!
Und alles fortwerfen, das kein Leben barg, um nicht an meinem Todestag
Innezuwerden, daß ich nie gelebt hatte.“

Henry David Thoreau (1817–1862) aus „Walden; or, Life in the Woods“

„You laugh at me because I’m different, I laugh at you because you’re all the same…!“
(Jonathan Davis)

44 Antworten
  1. Dieter
    Dieter says:

    Viele Kreative haben mit der Gesellschaft zu kämpfen. Zum Einen müssen sie immer wieder Überzeugungsarbeit leisten und andere am Projekt teilhaben lassen. Viel schwieriger ist es jedoch gegen die Gesetze des Marktes zu arbeiten und neue Ideen zu verbreiten.

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    • Divena Smought
      Divena Smought says:

      Man muss eigentlich nicht unbedingt gegen die Gesetze des Marktes arbeiten sondern so innovativ und trendsetzend sein, dass sich der Markt anpasst, bzw. idealerweise ein temporärer Marktvorteil entsteht… Es ist oftmals schwer die starren Denkstrukturen der Kunden zu überwinden, aber meine Erfahrung hat auch gezeigt, dass sich Enthusiasmus ansteckend auswirken kann und dass sich die richtige Idee zum gegebenen Zeitpunkt durchsetzt. Selbst der konservativste Kunde spürt, wenn etwas wirklich gut ist, selbst dann wenn es nicht mal seinem eigenem Geschmack entsprechen sollte. Man muss natürlich auch mit den entsprechenden Argumenten arbeiten, aber das gehört nun mal zum Rüstzeug eines jeden Kreativen. Wir gestalten schließlich für die Zielgruppe des Kunden, nicht nur für ihn selbst…

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  2. Mike
    Mike says:

    Die Artikel hier werden immer schwieriger für Normalbürger, sehr schön, endlich jemand, der auch mal nicht nur denkt sondern auch nachdenkt. Die Gesellschaft ist im Wandel, aber die meisten gehen ihren von anderen vorgezeigten Weg. Ist einfach einfacher. Ist es nicht einfacher einfach?

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    • Divena Smought
      Divena Smought says:

      Das ist ja genau der Knackpunkt – wer kreativ arbeitet (wobei das Wort kreativ leider so abgedroschen und nach basteln klingt) muss eben Neues erschaffen und kann es sich nicht leisten nur mit dem Strom zu schwimmen. Sicher ist ein Plagiat einfacher als etwas neu zu erfinden und viele Designer bedienen sich fertiger Module (wogegen auch nichts spricht) und befolgen vorgegebenen Trends – aber nur der wirklich freie Geist kann davon unabhängig Eigenes und damit Neues erschaffen. Es ist auch nicht der richtige Ansatz einfach nur anders zu sein als die anderen sondern vielmehr eigenständig und möglichst unbeeinflusst denkend. So wie z.B. Punks sich als besonders originell und opportunistisch betrachten aber im Endeffekt doch nur ein ganz bestimmtes Klischee und all die damit verbundenen, eng umrissenen „Auflagen“ erfüllen und sich somit im Grunde nicht sonderlich vom konservativen Normalbürger unterscheiden. Die Grenzen zwischen Designer/Künstler/Erfinder/Wissenschaftler sind fliessend und je weiter der eigene Horizont (oder auch die Teamfähigkeit mit anderen zusammen zu arbeiten, die aus völlig anderen Sparten stammen) desto grösser die Bandbreite und Komplexität möglicher Lösungen für bestimmte Problemstellungen… Der erste Schritt in die richtige Richtung ist daher die überkommenen Denkstrukturen zu überdenken und sich von gewissen inneren oder äusseren Dogmen zu befreien, die sich kontraproduktiv auf die Freiheit unseres Geistes und das eigenständige Erschaffen auswirken…

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  3. Kartenzia
    Kartenzia says:

    Ein tatsächlich interessanter Artikel wobei ich besonders die letzten Zitate sehr abgedroschen finde, das Anonyme bringt es aber besondrrs gut auf den Punkt und erinnert mich an die Geisteshaltung von Geroge Carlin und insbesondere Bill Hicks.

    Nun scheint mir aber ein Aspekt hier unterzukommen, der im Kontext von „Geistesbefreiung“ durchaus erwähnung verdient hat – Drogen. Damit meine ich konkret Weed, Pilze, LSD und weitere psychodelisch wirkende Drogen. Das soll keine Werbung oder Anstiftung darstellen, aber aus eigener Erfahrung wie auch von vielen anderen (sie die „Kreativen“ aus den 60′ – 80′ die du im CD-Regal stehen hast…) weiss ich, dass diese für die Befreiung des Geistes einiges tun. Ob der „Input“ zum „Output“ im Verhältnis steht, muss dann denke ich jeder für sich entscheiden.

    Was für mich interessanter ist, ist die Motivation für den Artikel, denn diese erschliesst sich mir noch nicht so ganz. Denn es klingt so als wären die ganzen Gesichtspunkte die du erwähnt hast auf den Job bezogen bzw. um ein bestimmtes/originelles Ergebnis zu bekommen, was dem Kern der Gedanken aus meiner Sicht widersprechen würde „Das ist ja genau der Knackpunkt – wer kreativ arbeitet (wobei das Wort kreativ leider so abgedroschen und nach basteln klingt) muss eben Neues erschaffen und kann es sich nicht leisten nur mit dem Strom zu schwimmen.“ – es scheint hier also nicht um Geistesbefreiung „for it’s own sake“ zu gehen, sondern um Mittel und Wege um die Kreativität – bezogen auf eine ganze bestimmte Handlung (hier Design) zu steigern – oder?

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    • Divena Smought
      Divena Smought says:

      Richtig, der Artikel ist für jene gedacht, die sich fragen, warum sie nicht genauso unbeschwert kreativ sein können wie andere… Was die Drogen betrifft werden diese gern und viel von Künstlern verwendet um eben jenen störenden Zensor auszuschalten, allerdings sind die Nebenwirkungen dann langfristig ohne Frage auf gut deutsch so richtig sch… wer kann dass auf Dauer denn schon klug dosieren und für sich vollkommen kontrollieren? Am Ende geht dann leider gar nichts mehr… Siehe Amy, siehe Neuenhausen und tausende andere… Mit Drogen ist es natürlich schön einfach, doch fordern sie zu hohe Opfer – dass es da auch andere Wege gibt habe ich in meinem Artikel angerissen, ist aber mit etwas Geistesarbeit verbunden… Die Geistesbefreiung „for its own sake“ sollte sicher immer angestrebt werden – aber mit meinem Artikel wollte ich vor allem aufzeigen, dass gerade kreativ arbeitende Menschen ihren Geist befreien sollten – zugunsten ihres eigenen Schaffens…

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  4. Andree
    Andree says:

    Kurz gesagt: Sehr harte Kost!
    Ich finde es durchaus sinnvoll, diesen Artikel zu lesen, um danach sein eigenes Handeln gezielter zu reflektieren und analysieren. Mit allen Aussagen des Artikels kann ich aber nicht konform gehen. Beispielsweise würde ich niemals alle Kinder als sozial bezeichnen. Gerade bei Kindern kommt es häufig vor, dass ein zuweilen (auch gesunder) Egoismus besteht. Darüberhinaus postuliert dieser Artikel die absolute Befreiung des Geistes von allen sozialen, gesellschaftlichen und religiösen Werten und Normen. Sind es aber nicht gerade Diese, die aus uns machen, was wir sind? Und ermöglichen nicht gerade Diese, ein gesellschaftliches Zusammenleben, wie wir es kennen? Folgt man den Ausführungen dieses Artikels mit aller Konsequenz, müsste man auch Serienmörder und Amokläufer als unendliche Freigeister bezeichnen, die mit Ihrem Geist die Grenzen der spießbürgerlichen Gesellschaft gesprengt haben. Ich freue mich auf eine sachliche Antwort.

    „Die sich den Wolf tanzen…“

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    • Divena Smought
      Divena Smought says:

      Das ist nun sehr überzogen interpretiert, lieber Andree. Sicher sind die Werte und Normen wichtig um die Gesellschaft zusammen zu halten und funktionieren zu lassen, ich spreche hier ja auch nicht von den unerlässlichen ethischen Grundwerten, sondern von jenen aufgestülpten überflüssigen Dingen, die einen Menschen unnötig belasten und die zu einer geistigen Starre und Engstirnigkeit führen, die Feind jeder Kreativität ist… Es gilt all das zu überdenken, dass oft angenommen aber gar nie in Frage gestellt wird, wie z.B. Aberglaube und Glaube, Vorurteile und pauschale Meinungen anderer, unbegründete innere Ängste und Blockaden. Wie oft wird eine gute Idee gleich von vorneherein abgewertet und zum Tode verurteilt – aufgrund eines viel zu scharf eingestellten Zensors…?
      Ich habe auch nicht geschrieben, dass alle Kinder sozial seien (das sind sie aufgrund ihrer Erziehung nämlich meistens nicht) sondern gemeint ist, dass sie von der natürlichen Veranlagung her sozial sind – was nun die Gesellschaft aus diesem Potential macht sehen wir tagtäglich und ist eben ein Zeichen dafür umzudenken…
      Mein Artikel postuliert jedenfalls nicht die Loslösung von allen sozialen und gesellschaftlichen Werten und Normen, nein es geht hier vielmehr um die Loslösung überkommener und destruktiver Gedankenstrukturen… Lese einmal das anonyme Zitat noch einmal sehr aufmerksam, denn dieses trifft es genau auf den Punkt!

      Antworten
  5. Timo
    Timo says:

    Ein interessanter und tiefgehender Beitrag. Schön geschrieben und genau den Nerv eines Kreativen getroffen. Ich denke, dir wird da Jeder zustimmen, der in dieser Branche tätig ist. Ich empfinde es so, dass auch die Gesellschaft dafür verantwortlich ist, denn diese ist häufig nichts für etwas neues bereit.

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  6. Angelika@bilder
    Angelika@bilder says:

    Grossartiger Artikel.

    Noch dazu gesagt, dass Grenzen die wir uns selbst auferlegen, von der Angst geschürt werden, das wir es nicht schaffen, weil wir uns zb. von Medien sagen lassen, welche Richtung wir einzuschlagen habem.

    Antworten
  7. Alena
    Alena says:

    Die Definition der Kreativität ist nebst seiner Bedeutungskraft sehr vielfältig und erstreckt sich durch alle Phasen des Lebens. Dein Artikel ist kreativ und inspiriend zugleich.

    Antworten
  8. GJ
    GJ says:

    Wauw! Ich habe Deinen Eintrag ganz gelesen und fand ihn sehr interessant – es war gerade was ich brauchte. Ich bin zwar Student und arbeite nebenbei als Übersetzer Deutsch-Niederländisch (über den Link kommt man auch zu meinem Blog, der im Moment aber Scheintot ist), ich habe aber längere Zeit geschrieben. Gedichte und Geschichte. In letzter Zeit dache ich, es fehle mich an Inspiration. Aber vielleicht bin ich einfach zu undiszipliniert und zuviel Teil der Gesellschaft im Moment. Werde daran arbeiten!

    Antworten
  9. Manuel
    Manuel says:

    Wirklich eine interessante Sichtweise. Ich kann deine Sicht nicht komplett teilen, aber es hat mich zum Nachdenken gebracht – und das ist doch auch schon etwas :)

    Mach weiter so!

    Antworten
  10. Steven
    Steven says:

    Hier gibt es wirklich schöne lange Artikel, der Content gefällt mir. Leider sind sie nicht regelmäßig, der letzte ist ja vom Februar .. ich will mehr 😉

    Antworten
  11. Doris
    Doris says:

    Da hast du dir aber Frust von der Seele geschrieben, oder nicht? Die meisten bahnbrechenden Ideen sind ja auch tatsächlich entstanden, weil die Wegbereiter sich einen feuchten Kehricht geschert haben, wie ihre Umwelt über ihre Spinnereien denkt. Insofern sollte man sich alles zu Herzen nehmen, was du schreibst. Auch wenn es hin und wieder doch sehr schwierig ist.

    Antworten
  12. Tom
    Tom says:

    Ich stimme völlig mit Ihnen über die Kreativität. Du hast so einen wunderbaren Blog und dieser Beitrag ist wirklich interessant. Wie wirkt sich das Kreativität einer Person beeinflussen Perspektive im Leben und in der Gesellschaft? Vielen Dank für Ihre Gedanken, Ideen und Meinungen. Dein Blog wirklich hilft, eine Menge Leute.

    Antworten
  13. Andrea
    Andrea says:

    Ich glaube dass der eigene Zensor kein Feind ist; wir müssen ja unser Inhalt immer wieder überprüfen, um nur die beste halten zu können. Es ist ein natürliches Prozess, wie zum Beispiel die Evolution. Das Material hat ja auch seine eigene Evolution bis davon was wertvolles entstehen kann.

    Antworten
  14. Laura
    Laura says:

    Für uns, die in kreativem Bereich taetig sind ist es besonders wichtig, den sogenannten ‚peace of mind‘ zu finden und erleben, Kreativitaet funktioniert ja nicht unter Stress und Druck. Ich weiss dass ein kleiner Druck hilft zum Beispiel vor der Endabgaben usw. aber zu starke Kontrolle und beschraenkte Situationen sind die richtige Feinde der Kreativitaet und der Befreiung des Geistes.

    Antworten
  15. Lara
    Lara says:

    Falls wir uns geistlich müde und strapaziert fühlen, müssen wir welche Aenderungen in unserem Leben machen. Unser Geist kann nur dadurch befreit werden, wenn wir von unserer Komfortzonen austreten und Sicht wechseln. Meiner Meinung nach funktioniert es und hat schon mir mehrmals geholfen.

    Antworten
  16. Gudrun
    Gudrun says:

    Der bedeutendste Feind der Kreativitaet ist das über-beschaeftigt zu sein. Das Sprichwort hat recht, dass das Langweilen gut für die Kreativitaet ist, weil der Mensch hat alle die neue Sachen erfunden wenn er zu faul war es wie gewöhnlich zu machen.

    Antworten
  17. Peter@Peter Szabo Architekt
    Peter@Peter Szabo Architekt says:

    Als ein praktizierender Architekt weiss ich schon, dass Kreativität in einem Zusammenhang mit unserer Erziehung hat. Zum Glück waren meine Eltern schon damals aufgeklärt, und haben mich in eine Waldorfschule eingeschrieben. Das hat damals nur Spass gemacht, jetzt geniesse ich aber die Vorteile des speziellen Unterrichts. Leider gibt es keine Möglichkeit im rahmen der Traditionellen Kindererziehung das Kreativität bei den Kleinkindern entdecken zu können.

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    • Divena Smought
      Divena Smought says:

      Hi Peter – Die traditionelle Kindererziehung und noch schlimmer die peruanische Kindererziehung (die ungefähr auf dem Stand ist wie in D vor 80 Jahren) lassen einem Kind wirklich nicht den Freiraum zur persönlichen und eigenständigen Entfaltung. Waldorf ist zwar schon gut, aber ich kann der Ideologie Steiners nicht ganz so viel abgewinnen, irgendwo schlägt dies dann immer wieder auch in der schulischen Erzeihng der Kinder durch. Das einzige Konzept, dass ich als frei von irgendwelchen Ideologien, Glaubensrichtungen und überkommenen Erziehungsvorstellungen einstufe ist das Montessori-Konzept. Meine Tochter (8) besucht jetzt eine Montessori Schule in D und ist sehr, sehr glücklich dort. Sie hat eine künstlerische Begabung und kann diese dort voll ausleben, auch lernt sie jetzt mit grosser Begeisterung Klavier. Sie geht erst in die zweite Klasse ist aber schon etwa auf dem Stand einer Drittklässlerin, sie lernt gern und schnell und das ohne den üblichen Druck und die ewigen Abfragungen und Tests einer „normalen“ Schule. Darüber hinaus ist der soziale Aspekt auch interessant, in der Klasse gibt es drei behinderte Kinder, die voll integriert sind und mit denen umzugehen für sie nicht immer leicht ist, aber sie beginnt diese Kinder und ihre Behinderungen zu verstehen und gemeinsam mit den anderen Kindern bemüht sie sich Hilfen zu entwickeln um das Miteinander zu vereinfachen… Auch wenn es nicht summerhill ist, bin ich sehr glücklich meiner Tochter dies ermöglichen zu können und ich beobachte schon jetzt eine grosse Eigenständigkeit bei ihr, die in einer traditionellen Schule einfach wegerzogen wird und die für ein wirklich kreatives Arbeiten später aber unerlässlich ist.

      Antworten
  18. Andi
    Andi says:

    Hallo Divena.

    danke für den Artikel. Leider ist unsere (westlich orientierte) Gesellschaft voll von Bewertungen. Könnten Kinder wertfrei aufwachsen und eine Erziehung erleben, die nicht an Bedingungen geknüpft ist („Wenn du dein Zimmer nicht sofort aufräumst, geht es heute Abend ohne Essen ins Bett.“), gäbe es in Zukunft mehr Menschen, die mit einem gesunden Selbstwertgefühl kreativ und vor allem aus eigenem Antrieb arbeiten könnten. Kennst du das Konzept von Magda Gerber?

    Antworten
    • Divena Smought
      Divena Smought says:

      Ich denke, dass was Magda Gerber in den 40ern propagiert hat ist heute schon sehr bei den Eltern verinnerlicht. Zumindest bei den Eltern, die ich so in D kenne, in Peru gäbe es da sicherlich grossen Nachholbedarf. Einerseits tragen viele Mütter ihre Kinder, aber wenn es im Bettchen liegt und schreit wird es nicht hochgenommen, aus Angst man könne es verziehen… Ich habe auch schon so manches mal mitbekommen wie ganz kleine Kinder und babies angeschriebn oder gar geohrfeigt wurden. Etwas wo ich dann immer einen riesen Streit angefangen habe und nicht tatenlos mit ansehen konnte. Die schnellste Form um sich extrem unbeliebt zu machen, ich weiss – aber auch Babies haben grundrechte, eines davon ist das Recht gegen jede Form von körperlicher oder psychischer Unterdrückung und ein anderes das Grundrecht auf Respekt der kindlichen Bedürfnisse. Kinder sind nicht unser Besitz, wir können sie begleiten aber nicht über sie bestimmen in dem Sinne, dass wir ihnen die Freiheit nehmen sich selbst zu entfalten oder in ihren Bedürfnissen verneinen.

      Antworten
  19. Andrea@Andreas Tech Blog
    Andrea@Andreas Tech Blog says:

    Kreativität darf nie verschwendet werden, obwohl es in den meisten Fällen trotzdem passiert. Sie müsste bei den Kleinkindern entdeckt werden, das braucht ja aber wirklich ein spezielles Erziehungskonzept. Die oben erwähnten Konzepte sowie Rudolf Steiners Waldorf-Konzept oder das Montessori-Konzept sind die beste Lösungen, leider haben nur wenige Kinder die Möglichkeit dazu. Die Eltern müssten dafür verantwortlich sein, um die spezielle Interessen ihrer begabten Kinder zu entdecken und diese bei der Grundschulewahl berücksichtigen.

    Antworten
    • Divena Smought
      Divena Smought says:

      Die kindliche Förderung ist für die meisten Eltern gerade im musischen Bereich nicht so wichtig, immer weniger Kinder lernen ein Intstrument spielen oder werden in ihrer Kreativität speziell gefördert. Aber das es heutzutage immer wichtiger wird, dass junge Menschen nicht nur zu befehlsempfangenden Arbeitnehmern erzogen sondern zu eigenständig handelnden und denkenden Freiberuflern/Unternehmern – das sieht kaum jemand.

      Antworten
  20. Unib
    Unib says:

    “Alle sagen das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hatte es einfach gemacht…”, ist sicher ein alter und bekannter Spruch, aber immer noch sehr treffend. Danke für den ausführlichen Post!

    Antworten
  21. Unitb
    Unitb says:

    Danke für den ausführlichen Artikel. Besonders den Spruch “Alle sagen das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hatte es einfach gemacht…” teil ich!

    Antworten
  22. E Zigaretten Vergleich
    E Zigaretten Vergleich says:

    Danke für den Artikel. Interessant, dass ich für mich persönlich das meiste aus dem letzten Spruch ziehen kann “You laugh at me because I’m different, I laugh at you because you’re all the same…!”. Just great ;-)!

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  23. Alexandra
    Alexandra says:

    Also ich für meinen Teil kann ohne Drogen (ok, gerne ein Glas Wein) auch kreativ sein – ich denke also nicht dass das automatisch für „jeden Kreativen“ zutrifft, mag sein, dass es in den 60ern in der Musikbranche anders war, ich haben meine Gedanken auch bei „klarem Kopf“ 😉

    Antworten

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