Von der Inspiration der Langeweile

„Mir ist langweilig!“ maulte meine achtjährige Tochter als wir in einem Patientenwartezimmer schon viel zu lange auf die Behandlung warten mussten. „Kann ich Dein Handy?“ war die nächste Frage (auf meinem Handy sind diverse Spielchen geladen) aber ich antwortete spontan „nein, Du kannst auch mal Langeweile haben! Als ich so klein war wie Du hatten wir sowas alles noch nicht und mir öfter mal langweilig und ich bin nicht dran gestorben…!“ Ein Stöhnen und „Ooch Mama!“ war darauf die Reaktion. Dieser kurze, zugegebenermassen nicht sonderlich geistreiche Dialog brachte mich allerdings zu tieferem Nachdenken (und noch mehr Langeweile für meine Tochter).

Die Auswirkungen der digitalen Dauerbeschäftigung

In Zeiten voranschreitender digitaler Demenz, wie Manfred Spitzler (dt. Gehirnforscher) überspitzt formuliert ist die Langeweile rar, die ständigen Beschäftigungsmöglichkeiten sind dank Smartphones, Nintendo, Spielekonsolen, Fernseher, Radio und Computer praktisch immer und überall gegeben. Da muss man kein Gehirnforscher sein um zu vermuten, dass dies auf Dauer nicht unbedingt die positivsten Auswirkungen auf das Gehirn haben kann.
Aber ich denke da vor allem an einen Zustand, den die digitalen Möglichkeiten fast vollständig ausgemerzt haben – die klassische Langeweile – ich glaube, dass regelmässige (und auch mal exessive) Langeweile paradoxerweise sehr isnpirirend sein kann und allgemein die Kreativität fördert. Nicht umsonst sind meine tollsten Ideen an so langweiligen Orten wie z.B. auf dem Klo oder in der Strassenbahn entstanden und ein erzwungener, nicht zielgerichteter geistiger Leerlauf ist ein wichtiger Bestandteil des kreativen Denkprozesses.
Eine Kreation im weiteren Sinne ist die Lösungsfindung für eine ganz bestimmte Aufgabenstellung, d.h. der kreative Prozess kann dafür je nach Schwierigkeitsgrad sehr vielschichtig und umfassend sein und traditionellerweise mit vielen Lösungsansätzen einher gehen und mit denen man im Geiste sozusagen „schwanger geht“. In Momenten der Langeweile oder solchen in denen man innerlich abschaltet (z.B. beim Musik höhren, bei einem langweiligen Vortrag oder dem Besuch der Schwiegereltern) beginnt der Verstand unterbewusst zu arbeiten und durchläuft ohne störenden Stress die verschiedenen Lösungsansätze und vereint Unkonventionelles spielerisch miteinander. Das Resultat ist dann oftmals eine plötzliche zündende Idee oder die langgesuchte Lösung für irgendetwas. Das bedeutet, dass der als Langeweile empfundene Zustand den Geist tatsächlich unterbewusst zu Hochtouren auflaufen lässt.

Kinder die Langeweile haben

Eindrucksvoller veranschaulichen Kinder, die man unbarmherzig echter Langeweile aussetzt deren inspirierende Wirkung – schon nach kurzer Zeit beginnen sie erfinderisch zu werden und legen eine grosse Kreativität an den Tag wie sie diesen unbefriedigenden Zustand möglichst schnell beenden können. Meine Tochter fängt dann oft an zu singen, sie läuft herum und erkunded alles, bastelt aus dem Vorhandenen (z.B. Werbeflyer) kleine Figürchen zum Spielen oder denkt sich Geschichten aus oder wenn ich dabei bin mir über alles und jedes Löcher in den Bauch zu fragen. Ich reglementierte bisher mehr aus einem intuitiven Empfinden heraus denn aus gründlicher Reflexion die gigitalen Zerstreuungsmöglichkeiten meiner Tochter. Nintendo, Smartphone und dergleichen hat sie nicht und wenn sie meines haben will muss sie dafür ein paar Aufgaben erfüllen (z.B. ihr Zimmer aufräumen) und Fernsehen ist höchstens mal abends maximal eine Stunde erlaubt. Das Resultat ist, dass sie gelernt hat sich selbständig zu beschäftigen und die Langeweile auch mal auszuhalten und sich tatsächlich dann auch gar nicht mehr so sehr zu langweilen. Viele tolle Basteleien und Bilder sind gerade dann entstanden wenn es besonders langweilig für sie war (z.B. im Restaurant).
Daher denke ich ist die Langeweile eine gute Inspiration und Herausforderung gerade auch für Kinder.

Probieren Sie es selbst einfach mal aus – tun Sie eine Zeit lang gar nichts und langweilen Sie sich ausgiebig! Besonders empfehlenswert genau dann, wenn Sie bei einer bestimmten Aufgabenstellung/Sache gedanklich einfach nicht weiter kommen, bzw. sich im Kreis drehen…

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Braucht der Mensch einen tierischen Begleiter?

Wir kennen sie alle, die Hundefreaks, die Katzentanten und die Meerschweinchenuschis – riesige Zoogeschäfte leben von einem gigantischen Umsatz an Futtermitteln und ca. jeder 3. Deutsche nennt ein Haustier sein eigen. Aber warum eigentlich? Was sagt dies über uns aus?

Auch ich muss gestehen mich davon nicht ausnehmen zu können… Lola mein Graupapgeikind sitzt gerade auf meinem Bein und krakeelt ganz niedlich vor sich hin. Seit sie als 4 Wochen altes unbefiedertes Vogelbaby zu mir kam habe ich sie jeden Tag alle 4 Stunden mit der Spritze gefüttert, die letzte nachts um 1.00 und die erste morgens um 6.00 Uhr… Mittlerweile frisst sie alleine und ist vollkommen ausgewachsen und kann auch schon fliegen. Aber warum habe ich mir das eigentlich angetan, all der Stress, die Unabkömmlicheit, die Kosten – an die tausend Euro bis jetzt? Warum habe ich mir dieses graue Federvieh mit dem roten Schwänzchen zugelegt und vorher wochenlang extrem unter der Trennung von meinen geliebten Vögeln gelitten, die ich in Peru zurücklassen musste? Eigentlich irrational und von meinem Mann überhaupt nicht nachvollziehbar, er versteht das absolut nicht.

Die allgemein bekannte Erklärung des Ersatzes ist so gesehen in meinen Augen nicht wirklich ausreichend und vor allem zu negativ besetzt (soziale Defizite kompensieren). Ich habe eine Tochter, eine gute Beziehung und viele Freunde, einen ausgefüllten Job und werde demnächst (morgen, übermorgen?) wieder Mutter. Ich brauche keinen Ersatz für irgendetwas, nein mein geliebtes Vogelkind stellt für mich eine ganz eigene, zusätzliche Bereicherung dar. Ein Tier, sei es noch so klein oder unzugänglich (man denke nur an die Terrarientiere) übt eine Faszination des Andersartigen aus, ein Lebewesen, komplett verschieden von uns in seinen Ansprüchen, seiner Lebens- und Ausdrucksweise und deswegen bereichernd, inspirierend und interessant.

In meinem Falle geht die Bindung noch tiefer als gewöhnlich, da ich meinen Papagei selbst aufgezogen habe und somit ein vollkommenes Vertrauen zwischen uns herrscht und das Tier mir gegenüber keinerlei Scheu empfindet. Da besonders Graupapgeien empfindsam, hochintelligent und liebevoll sind ist ein grosses Potential gegeben um sich gut aufeinander einzustellen und miteinander kommunizieren zu können.
Lola übt schon fleissig Wörter, lernt was sie darf und was nicht (z.B. Tastaturen und Stifte zerbeissen geht ja mal gar nicht…) und sie kommt bereits angeflogen wenn ich sie rufe (naja meistens, es sei denn sie ist gerade mit etwas sehr interessantem beschäftigt). Wenn sie müde ist klettert sie an meinem Bein hoch und kuschelt ausgiebig bis sie eingeschlafen ist – es gibt wirklich nichts Vergleichbares wie dieses innige Vertrauen eines schlafenden Vogels auf dem Schoss…! Sie ist natürlich sehr verspielt, frech und manchmal ein bisschen verrückt (wenn sie laut krächzend mit aufgestellten Federn auf irgendetwas losgeht, dass ihr nicht ganz geheuer ist) eigentlich irgendwie menschlich vertraut und doch ganz anders…

Graupapageien sind in der Lage Wörter nicht nur zu repetieren sondern sie auch im sinnhaften Kontext anzuwenden. Sie können sogar lernen verschiedene, logisch struktuierte Aufgaben zu lösen, zu rechnen und ihre Bedürfnisse direkt mitzuteilen. Ein sehr eindrucksvolles Beispiel dafür ist Alex, das Vogelgenie aus Harvard, ein über 30 Jahre lang trainierter Graupapgei, der für bahnbrechende Erkenntnisse in der Tierverhaltensforschung gesorgt hat. Alex hat der Welt eindrucksvoll gezeigt wozu ein kleiner Papagei in der Lage ist und damit viele Theorien mal eben über den Haufen geworfen…

Hier ein Nachruf auf diesen außergewöhnlichen Vogel:

Was also steckt hinter der Beziehung  zwischen Tier und Mensch?

Das Interessanteste allerdings – und jetzt komme ich zu dem Punkt um den es mir eigentlich geht – ist die Inspiration, die von einem solchen Tier ausgeht. Das Tier zwingt uns dazu nicht nur seine Andersartigeit zu akzeptieren sondern diese auch verstehen zu lernen und adäquat damit umzugehen. Die Kommunikation mit einer anderen Spezies ist eine helfende Eigenschaft und Vorraussetzung um auch bei anderen Problemen durch verschiedene Blickwinkel zu neuen Lösungsansätzen zu kommen. Das Tier fordert uns täglich aufs Neue heraus, nervt uns, entzückt uns, will geliebt und verstanden werden ist uns ein treuer, verlässlicher, höchst zugewandter Begleiter und erweitert unseren Horizont in unvergleichlicher Weise.
Es nimmt uns die Überheblichkeit des Menschseins und versöhnt uns mit den anderen Geschöpfen der Schöpfung… Und wer behauptet ein Tier könne nicht lieben – der hat nicht so eine innige Vogelliebe erlebt wie ich mit meinem grauen Schätzchen…

Lola und ich…

Kreativität – oder die Befreiung des Geistes

Seit längerem – oder eigentlich mein ganzes Leben – beschäftige ich mich immer wieder mit Fragen der Vereinfachung und der Befreiung des Geistes.

Für uns Kreative ist der grösste Feind der eigene Zensor, der Zensor ist eine Art Filter den sämtliche Ideen und Hirngespinste durchlaufen müssen um entweder angenommen und weiterverfolgt oder komplett abgelehnt zu werden. Er besteht aus den Dingen, die ich als gesellschaftlichen Balast bezeichnen will – Vorurteile, Begrenzungen durch Glauben und Aberglauben, finanzielle/gesellschaftliche Beschränkungen, Selbstbewusstsein, festgefahrene Vorstellungen etc… Dieser Zensor tötet sozusagen die kreative Muße und je älter man wird, desto ausgeprängter fungiert leider auch unser Zensor. Kennen wir nicht alle jene verbohrten Alten, die gar nicht mehr in der Lage sind neuen Ideen positiv und offen gegenüber zu stehen? Nun genau jene sind die Opfer ihrer eigenen Vorurteile und festgefahrenen Meinungen von denen sie keinen Zentimeter mehr abweichen können, ohne es teilweise selbst zu verstehen.

Kinder hingegen können unbekümmert experimentieren, Neues erforschen und Fehler machen ohne sich ständig mit Selbstkontrolle und -verurteilung zu quälen, sie können ihre eigenen fehlerhaften Werke fröhlich lieben ohne sie als schlecht zu verdammen und sich stundenlang unsinnigen Aufgaben zuwenden ohne dies pausenlos zu hinterfragen… Der kindliche Geist ist per se frei, ein Kind ist weder schlecht noch gut, die kindliche Grundveranlagung ist zutiefst sozial, es hat einen natürlichen Lerninstinkt und erforscht seine Umwelt und Neues vollkommen wertfrei (siehe Jean Liedloff, „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“). Das bedeutet also, dass das, was uns immer wieder zurückkhält, eine Summe aus den eigenen Erfahrungen, dem erworbenem Wissen und dem Verhalten anderer uns gegenüber (oder im allgemeinen) ist und wir also theoretisch auch dazu in der Lage sein sollten uns wieder davon lösen zu können.

So wie wir uns ab und zu von unserem Gerümpel in der Wohnung befreien sollten („Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags, Karen Kingston“) – so sollten wir auch unsere Gedanken von Zeit zu Zeit lüften und die eigenen Meinungen und Überzeugungen hinterfragen, bzw. sich radikal von dem lösen, dass uns nur unnötig zurückhält oder von dem abhält, das wir eigentlich zu tun in der Lage sind.

Vieles von dem was wir glauben oder als gegeben hinnehmen kommt nicht von uns und hat rein gar nichts mit uns oder unserem Leben zu tun und doch lassen wir uns davon massiv beeinflussen. Das fängt bei dem an, was wir in der Kindheit als Grenzen und Dogmen erfahren haben, was andere und wir selbst uns tagtäglich eintrichtern – Sätze wie „das geht nicht“, „das schaffst du nie“, „das macht doch gar keinen Sinn“, „Du spinnst wohl nur rum“ oder „dafür hast du nicht das Geld“, „das ist kein richtiger Job“ etc. prägen sich sehr viel tiefer in unser Bewusstsein ein, als uns lieb ist und sind oft der Grund warum wir unseren besten Ideen keinen Glauben schenken und unsere Euphorie sogleich begraben. Diese beständige Negativprogrammierung führt auf Dauer dazu, dass es uns nicht mehr möglich ist die Dinge aus verschiednenen Blickwinkeln zu betrachten, kontrovers zu denken und Neues zu kreieren, bzw. in unsere eigene Kraft und unser Können zu vertrauen.

Dazu gibt es auch einen treffenden Spruch:
„Alle sagen das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hatte es einfach gemacht…“

Die grössten Visionäre unserer Zeit mussten hart und ausdauernd gegen die Barrikaden in den Köpfen anderer ankämpfen um ihr Business zu starten und nur ihr unerschütterlicher Glaube an ihre eigene Idee und an sich selbst hat sie dahin gebracht wo sie heute stehen – man lese dazu nur die Entstehungsgeschichten von apple oder Ikea als prominenteste Beispiele.

Aber unser grösster Feind ist gar nicht mal die Borniertheit und das Unverständnis der anderen Leute sondern die Grenzen die wir uns selbst auferlegen – sprich eben unser eigener Zensor. Ich habe im Laufe der Zeit auch festgestellt, dass die Religion und der allgemeine Aberglaube sehr viele Aspekte beinhaltet, die uns in gewisse Schranken verweisen und zum grossen Teil mit Ängsten oder Überzeugungen beladen, die objektiv betrachtet vollkommen überflüssig und für die eigene Entfaltung sehr hinderlich sind. Da ich selbst nicht religiös erzogen wurde kann ich dies mit einem grossen Abstand betrachten ohne dabei gleich in irgendwelche inneren Glaubenskonflikte zu geraten oder aus Angst vor dem Allmächtigen in einer geistigen Starre verharren muss. Ich bin aus tiefster Überzeugung liberal und bin weder für noch gegen einen Glauben, noch kritisiere ich irgendwelche Glaubensgrundsätze, noch deren Anhänger – aber ich denke, dass ein bisschen scharfer Menschenverstand oder eine vorübergehende Loslösung von diesen religösen Dogmen plötzlich neue Blickwinkel entstehen lassen und vor allem ein innerliche Befreiung von einem anscheinend immerwährendem psychisch-moralischen Druck bedeuten kann.

Auf diese Idee kam ich vor allem, als ich über folgendes Zitat (von anonym) stolperte, hier das Original in englisch:

The world is meaningless, there is no God or gods, there are no morals, the universe is not moving inexorably towards any higher purpose. All meaning is man-made, so make your own, and make it well. Do not treat life as a way to pass the time until you die.
Do not try to „find yourself“, you must make yourself. Choose what you want to find meaningful and live, create, love, hate, cry, destroy, fight and die for it. Do not let your life and your values and you actions slip easily into any mold, other that that which you create for yourself, and say with conviction, „This is who I make myself“.
Do not give in to hope. Remember that nothing you do has any significance beyond that with which imbue it. Whatever you do, do it for its own sake. When the universe looks on with indifference, laugh, and shout back, „Fuck You!“. Rembember that to fight meaninglessness is futile, but fight anyway, in spite of and because of its futility.
The world may be empty of meaning, but it is a blank canvas on which to paint meanings of your own. Live deliberately. You are free.

Für viele mag dies vielleicht zu radikal, zu gottlos und zu anstössig sein, aber dies ist nicht unbedingt als Provokation gemeint sondern als Anstoss zum Umdenken. Was ist wenn es keine Vorhersehnung gibt, keinen allwissenden Gott, der unser Schicksal lenkt und überwacht, was ist wenn es weder eine übergeordnete Moral noch eine universelle Ordnung gibt? Was ist wenn wir tatsächlich in der Lage sind unser Leben vollkommen selbst zu bestimmen, bzw. wir und nur wir selbst die Verantwortung für uns und unser Glück tragen? Was ist wenn es kein Schicksal gibt und unsere gesamte Existenz schlicht auf der unwahrscheinlichen Verkettung von zufälligen Begebenheiten beruht, die ohne Sinn und Bedeutung entstanden sind?

Das Universum hat erwiesenermassen keinen Beginn (im Gegensatz zu den Schöpfungsgeschichten mancher Religionen) und es wird auch kein Ende haben und daher kann es sehr gut möglich sein, dass unser Dasein darin blosser Zufall ist und keinerlei tiefere Bedeutung hat… Ich weiss schon jetzt, dass viele dies als Gotteslästerung verstehen werden (und mich beschimpfen), aber es geht mir nicht um eine Glaubenskritik gegen irgendeine Religion sondern nur darum sich selbst von uralten Dogmen zu befreien (Religion und Aberglaube reichen zumeist tausende von Jahren zurück), die uns nur in Schranken verweisen, die vielleicht für die Gesellschaft, einzelne Institutionen und das allgemeine Zusammenleben förderlich sind – aber für die Entfaltung der eigenen Kreativität nicht sonderlich viel taugen.

Ein Querdenker hat weder Angst um sein Seelenheil noch um die schlechte Meinung anderer, er lässt sich nicht beirren in dem was er tut und er trägt die vollkommene Verabtwortung für sein Glück selbst, er lässt sich nicht in Schubladen stecken noch in irgendeiner Form unterdrücken. Ein echter Querdenker/Kreativer ist frei und ist dadurch in der Lage Dinge zu erreichen oder umzustetzen die andere für unmöglich halten.

„Der Handelnde ist immer gewissenlos; es hat niemand Gewissen als der Betrachtende“
(„Johann Wolfgang von Goethe, Werke – Hamburger Ausgabe Bd. 12, Maximen und Reflexionen“)

„Der Mensch, welcher nicht zur Masse gehören will, braucht nur aufzuhören, gegen sich bequem zu sein; er folge seinem Gewissen, welches ihm zuruft: „sei du selbst! Das bist du alles nicht, was du jetzt tust, meinst, begehrst.“
(Friedrich Nietzsche, Werke I – Unzeitgemäße Betrachtungen“)

Etwas davon steckt in jedem von uns und wir sollten alles hinterfragen, was uns ein NEIN aufgibt – sehr wahrscheinlich werden wir dann feststellen, dass wir zu sehr viel mehr in der Lage sind, als wir vorher je für möglich gehalten haben…

In diesem Sinne auch:

„Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte.
Ich wollte das Dasein auskosten. Ich wollte das Mark des Lebens einsaugen!
Und alles fortwerfen, das kein Leben barg, um nicht an meinem Todestag
Innezuwerden, daß ich nie gelebt hatte.“

Henry David Thoreau (1817–1862) aus „Walden; or, Life in the Woods“

„You laugh at me because I’m different, I laugh at you because you’re all the same…!“
(Jonathan Davis)

Eine innige Freundschaft

Meine Tochter und der kleine Papagei Paco

Als ich heute nach langer Zeit mal wieder mein iPhone an meinen iMac anschloss lud dieser automatisch eine ganze Reihe Fotos ins iPhoto von deren Existenz ich gar nichts wusste (ich fotografiere nie mit dem Handy, daher habe ich auch nie geschaut ob Fotos drauf sind).

Zu meiner Überraschung muss sich meine kleine Tocher (7 J.) das Handy geschnappt haben und hat in etwas ungewöhnlicher Weise ihre tiefe Freundschaft zu unserem kleinen Papagei Paco dokumentiert. Der Vogel begleitet sie fast ständig und ist anscheinend duldsamer als ich je gedacht hätte. Ich hatte meiner Tochter eigentlich streng verboten dem Tier irgendetwas anzuziehen oder in irgendeiner Form unsachgemäss zu behandeln. Aber anscheinend gefällt sich Paco in seiner Rolle, ich meine er kann ja fliegen und jederzeit abhauen, wenns ihm zu bunt wird – doch offensichtlich fand er es wohl ganz amüsant…

Interessant finde ich auch die kindliche Perspektive der Fotos, die natürlich keinen Qualitätsstandard halten können, aber so erfrischend unbedarft diese süsse Freundschaft dokumentieren. Wenn meine Tochter aus der Schule kommt begrüsst der kleine Papagei sie als erster, fliegt ihr auf die Schulter und kuschelt erstmal ein bisschen mit ihr…

Paco ist ein Loro de Cabeza Roja und stammt aus Ayacucho in Peru, dort leben diese süssen und sehr intelligenten Vögel in riesigen Schwärmen und fliegen gemeinsam täglich weite Strecken immer auf der Suche nach Nahrung (sehr zum Verdruss der dortigen Maisbauern…). Paco ist eine wundervolle kleine Persönlichkeit, sehr neugierig und verspielt, Sunny seine Schwester ist hingegen sehr schüchtern und sucht immer den Schutz der Amazone Coco, die entgegen anfänglicher Sorge sehr liebevoll zu den kleineren Papageien ist. Alles in allem mehrere ungewöhnliche Freundschaften, die zeigen dass Grösse und Art gar keine Rolle spielen… 😉

Hier also die Fotos meiner Tochter:

Eine innige Freundschaft

Eine innige Freundschaft

Eine innige Freundschaft

Eine innige Freundschaft

Eine innige Freundschaft

Eine innige Freundschaft

Unsere drei Papageien

Unsere drei Papageien

Paco mit Hut

Paco mit Hut

Paco die Diva

Paco die Diva

Fancy Paco

Fancy Paco

Paco Printemps 2011

Paco Printemps 2011

Dies ist kein Stofftier

Dies ist kein Stofftier

Auch Papageien lieben Mode

Auch Papageien lieben Mode

Marmorkuchen Rezept

Zen oder die Kunst einen perfekten Marmorkuchen zu backen …

Nein ich spinne nicht und ja das ist etwas sehr offtopic – aber ich würde nicht darüber schreiben wenn es nicht wirklich wichtig wäre… 😉

Marmorkuchen Rezept

Backen ist eine Kunst für sich, es hat schon fast etwas chemisches – verschiedene Zutaten müssen zu möglichst ausgewogenen Teilen zueinander gefügt werden und ergeben dann ein möglichst gutes Produkt. Entsprechend wissenschaftlich habe ich auch nach dem wirklich optimalen Marmorkuchenrezept geforscht. Warum Marmorkuchen? Weil er mein Lieblingskuchen ist, er ist einfach, pur, lecker und hat ein hübsches Design…

Unglücklicherweise gibt es ihn hier in Peru nicht zu kaufen, bzw. schmeckt er nicht so wie ich es gewohnt bin, was mich dazu zwang selbst eine Alternative zu schaffen. Einfacher gedacht als getan. Die normalen Rezepte funktionieren zwar aber der Marmorkuchenzauber blieb aus, entweder war er zu trocken, ging nicht auf oder es fehlte ihm an Geschmack.

Lange Rede kurzer Sinn also hier ist es nun mein ultimativ bestes Rezept, erforscht an einer langen Reihe von ungefähr 30 Marmorkuchen:

5 kleine Eier
1,5 Tassen Öl (Sonnenblumenöl oder Sojaöl)
1 Tasse Mineralwasser
2 Tassen brauner Zucker
3 Tassen Mehl
1 Pk. Backpulver
Vanillearoma
6 El. Rum
5 El dunkles Kakaopulver
5 El heisse Milch

Als erstes fette man die Gugelhupfform gut aus und stelle sie in das Gefrierfach, dann heizt man den Backofen auf 200°C.

In einer Schüssel werden die Eier, Öl, Zucker, Rum, Wasser und das Vanillearoma solange verrührt, bis der Zucker komplett aufgelöst ist.
Anschließend siebe man das Mehl zusammen mit dem Backpulver unter rühren in die Masse.
Der Teig ist relativ flüssig, das ist auch richtig so, er muss dünn vom Löffel laufen, unter Umständen ein wenig Rum oder Mineralwasser hinzugeben.
Die Form aus dem Gefierfach nehmen (besser ist eine Silikonform) und die Hälfte des Teiges hineingießen.
Das Kakaopulver in der heissen Milch klumpenfrei anrühren und in den Teig kippen, der noch in der schüssel verblieben ist. Gut rühren und dann gleichmässig in die Form giessen. mit einer Gabel in der Form den hellen Teig durch den dunklen ziehen und anschliessend in den vorgeheizten Backofen stellen. Bei 200°C ca. 45 minuten backen, mit einem Zahnstocher prüfen ob der Teig ganz durch ist (wenn Krümmel daran kleben bleiben muss der Kuchen noch länger backen). Wichtig ist, dass die Temperatur nicht zu hoch ist, 180°C würden auch schon reichen!

Also der Arbeitsaufwand sind maximal 10 Minuten, da das umständliche Wiegen der Zutaten ganz entfällt. Die Tassen die ich verwende sind normale Kaffeetassen.

Also ich hoffe hiermit die hohe Kunst des Marmorkuchenbackens verständlich weitergegeben zu haben und niemanden damit verschreckt zu haben, keine Sorge dies wird sehr wahrscheinlich das einzige und letzte Rezept bleiben, dass ich hier veröffentliche… 😉

Viel Spass beim Ausprobieren!