Stöckchen aufgehoben – „durchgeknallt“

Jana von Janasworld.de hat ein Stöckchen liegen lassen, welches ich einfach mal aufgehoben habe…

Erzähle mindestens 5 Eigenschaften, welche dich zu etwas Besonderem machen. Bist du besonders liebenswert, lustig und komisch, vielleicht sogar für den Einen oder Anderen eklig, oder vielleicht sogar weltbewegend? Schreibe einen Post und nenne mindestens 5 Marotten, Spleens, Eigenarten, ect. – gerne auch mehr!

1. Eigenschaft: Ich bin naiv, ja ehrlich ich bin dermassen naiv, dass ich an meinen Idealen, Prinzipien und Grundsätzen festhalte und daran glaube auch wenn mich andere dafür für vollkommen bescheuerrt halten, besonders hier in Südamerika.

2.Eigenschaft: Ich arbeite konstant an mindestens 10 Ideen gleichzeitig, verwerfe, prüfe, arbeite weiter, verzweifle, suche Lösungen und robbe mich auf diese Weise allmählich vorran, immer mit der Hoffnung den grossen Durchbruch zu schaffen – andere bezeichnen dies als vollkommen durchgeknallt und hoffnungslos, für mich ist es allerdings meine ganz normale Realität, die ich mir auch nicht anders vorstellen kann.

3. Eigenschaft: Self-made-Leidenschaft, es gibt fast nichts, was ich nicht schon mal ausprobiert hätte, mich treibt die Faszination alles selber machen zu können, was in irgendeiner Hinsicht schöpferisch ist – angefangen bei Naturseife, Kosmetik, alle Sorten und Arten künstlerischer Techniken, töpfern (mich haben Jugendstilfliesen so fasziniert), tischlern, Lampem, scrapbooking – aber auch kulinarisches wie Gummibärchen und Lollis, diverse Torten und Kuchen, Marzipantierchen etc. etc. etc… Mein Traum ist ein grosses Atelier wo ich mich in jeder Hinsicht austoben kann!

4. Eigenschaft: deckt sich mit der von Jana – ich heule Rotz und Wasser bei jeder rührenden Filmszene … Die Romantikerin in mir fiebert mit allen weiblichen Charakteren mit, manchmal bin ich nach einem guten Film total groggy, dazu kommt noch meine Passion für Zitate, Gedichte und Anekdoten. Damit nerve ich mein Umfeld bis zur Weissglut (wenn ich Konfuzius nur erwäne schenkt mir mein Mann einen dieser derart vernichtenden Blicke, dass ich sofort wieder verstumme…).

5. Eigenschaft: Unverbesserliche Idealistin,  meine Helden sind jene die das einfache oder andere Leben suchten, wie Henry David Thoreau, Scott & Helen Nearing, Jean Liedloff – auch in mir schwellt die Suche nach dem Einfachen, die Reduzierung auf das absolut Wesentliche – um der Essenz des Lebens selbst nahe zu kommmen – ganz so wie Thoreau es sagte: „Ich ging in die Wälder, weil ich bewußt leben wollte. Ich wollte das Mark des Lebens einsaugen! Und um alles fortzuwerfen, das kein Leben barg, um nicht an meinem Todestag innezuwerden, daß ich nie gelebt hatte.“ Allerdings fehlt mir aufgrund meiner sozialen Verstrickung und der schlichten Tatsache Mann und Kind zu haben, die diesen Wunsch nicht teilen, die Möglichkeit mich in diese Richtung weiter zu entwickeln, insgeheim hebe ich mir dies aber für die Zeit auf, da ich alt, grau und hässlich bin und es sicher niemandem mehr auffallen wird, wenn ich still und leise in die Wälder verschwinde…

Von meinem Mitmenschen werde ich eher als zurückhaltend, leise und als normal bis unscheinbar wahrgenommen – eine Tarnung, die ich mit den Jahren perfektioniert habe, denn meine Erfahrung ist es lieber unbemerkt zu bleiben und mein eigenes Ding durchzuziehen – die meisten können es sowieso nicht nachvollziehen und auf demotivierende Vorurteile kann ich ohnehin verzichten – Gleichgesinnte kennen mich allerdings wie ich tatsächlich bin, bzw. mein ganzes Innenleben.
Der Handelnde ist immer gewissenlos und der Kreative immer verrückt

Grosse Ideen werden allesamt solange verkannt und belächelt, bis sie erfolgreich sind so Prof. Faltin.

Ich liebe all jene, die sich trauen ihren eigenen Weg zu gehen, jene denen eine gewisse Radikalität gemein ist und die den Mut haben an das Hoffnungslose zu glauben und sich niemals in dem beirren lassen, was sie tun, sei es auch noch so verrückt!

Auch ich lasse dieses Stöckchen hier liegen – also lieber Blogger heb es auf und mach was draus!

Üble Nachrede im Internet

Jedes soziale Netzwerk hat seine dunklen Seiten und gerade im weltweit grössten Netzwerk geht es nicht immer nett und freundlich zu. Fast jeder hat schon schlechte Erfahrungen mit übler Nachrede im Internet gemacht, sei diese rein privater Natur (der/die Exparter/in will sich durch öffentliches Zurschaustellen von Bildern oder Preisgabe intimer Details rächen) oder ganz professioneller Art, von schlechten Bewertungen bis hin zur kompletten Demontage der eigenen Person oder Firma in diversen Foren, Blogs oder sozialen Netzwerken wie Facebook, Hi5 etc.
Sehr schnell ist der gute Ruf ruiniert und die entsprechenden Einträge sind nur sehr schwer wieder zu eleminieren – geschweige denn aus den Köpfen derer zu löschen, die es schon gelesen haben und weitertragen.

Angesichts dessen, dass es inzwischen völlig normal ist den Namen von Personen zu googeln um auf diese Weise an detaillierte Informationen über die Person zu gelangen (Achtung wenn Sie auf Jobsuche sind wird Ihr zukünftiger Arbeitgeber sicherlich auch Ihren Namen googeln!) ist hier äußerste Vorsicht geboten. Viele geben viel zu viel von sich selbst preis, gerade soziale Netzwerke wie Facebook laden dazu ein alles über sich selbst öffentlich zu machen – vom Familienstand bis hin zu den Büchern und Filmen, die man favorisiert, Fotoalben mit allerlei (meist privaten) Fotos geben dem Suchenden ebenfalls schnellen Aufschluss über die eigene Person. Auch wenn Ihr Profil privat ist – wenn Sie eine Feundschaftsanfrage erhalten und die Person nicht kennen – fügen Sie diese Ihren Freunden zu oder nicht? Die meisten wollen niemanden abweisen und nehmen jede Freundschaftsanfrage gern an…
Dies ist alles nicht so tragisch solange Sie nirgens anecken und mit niemandem Probleme haben, bzw. nicht so erfolgreich sind, dass nicht Neider oder Konkurrenten auf Sie aufmerksam werden und versuchen wollen Ihnen zu schaden. Schlimm wird es vor allem dann, wenn diese Personen genau wissen wie sie Ihnen schaden können und wo die Grenzen des legalen liegen.

Auswirkungen der üblen Nachrede im Internet

Als Beispiel: Herr Z betreibt ein Service-Unternehmen wie z.B. Haus- und Fassadenreinigung. Nun kommt der diekte Konkurrent XY daher und schreibt ersteinmal in ein paar Foren, die sich speziell mit diesem Thema beschäftigen oder regional orientiert sind, unter verschiedenen Decknamen ein paar negative Berichte in denen er auch konkret den Namen des Unternehmens oder des Unternehmers selbst angibt. Von schlechter Ausführung, nicht gehaltenen Terminen und sonstigen negativen Dingen ist da die Rede – ein Text, der jeden potentiellen Kunden total abschreckt. Unglücklicherweise ranken Foren in google besser als die meisten statischen Webseiten (gerade wenn deren Betreiber nicht so viel mit SEO am Hut hat), so dass diese Einträge über den der eigentlichen Webseite erscheinen und meist zuerst angeklickt werden. Bis Herr Z schließlich dahinter gekommen ist warum er plötzlich weniger Kunden über seine Webseite generiert und seine schon bestehende Kunden skeptischer reagieren und seltsame Fragen stellen, hat er wahrscheinlich schon einiges an Verlust dadurch gemacht und den ein oder anderen Stammkunden verloren. Noch schlimmer wirkt es sich bei Branchen aus, die sehr abhängig von ihrem guten Ruf sind (z.B. ein Ärzte & Therapeuten, Rechtsanwälte, Werbe-und Marketingleute etc.), wer hier einer massiven, üblen Nachrede im Internet (Rufmord!) ausgesetzt ist verliert häufig seine gesamte Lebensgrundlage und das binnen kürzester Zeit.

Rechtliche Einschätzung eines Fachanwalts zum Thema üble Nachrede im Internet

Eine Kundin von mir (deren Webseite ich aufgebaut habe und seither betreue) hatte grosse Probleme mit einem sehr negativen Bericht in einem Onlinemagazin in dem ihre Dienstleistung und Webangebot komplett verissen und mit allerlei negativen Unterstellungen und Spekulationen ausgeschmückt wurde.
Sie kontaktierte zu diesem Thema eine Fachanwältin, die dazu folgende Einschätzung gab:

„Sie haben grds. die Möglichkeit, sich gegen die Verbreitung von unwahren Tatsachenbehauptungen über Sie zu wehren. Tatsachen sind Vorgänge, die dem Beweise zugänglich sind.
Aufgrund der verfassungsmäßig verankerten Meinungsfreiheit (Artikel 5 Grundgesetz) können Sie sich allerdings grundsätzlich nicht gegen Meinungsäußerungen / Bewertungen wehren, auch wenn diese sehr kritisch und überzogen sind.
Meinungsäußerungen können grundsätzlich nur dann verboten werden, wenn es sich um eine so genannte Schmähkritik handelt, d.h. eine Kritik die losgelöst von jedem Sachbezug nur dazu dienen soll, den Betroffenen in seiner Ehre herabzusetzen.

Die von Ihnen unter (Name gelöscht) beanstandeten Äußerungen sind nach unserer rechtlichen Einschätzung und Erfahrung als Meinungsäußerungen einzuordnen und nicht als Tatsachenbehauptungen.
Daher sehen wir kaum Chancen, Ansprüche durchzusetzen. Da sich die Veröffentlichung mit Ihrer Webseite und Ihrem Angebot befasst, liegt nach der Definition auch keine Schmähkritik vor, die man verbieten lassen könnte. Die Grenze zur Schmähung / Beleidigung ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht überschritten.

Wir verstehen, dass Sie die Veröffentlichung stört und sich diese – wie Sie ja selbst schreiben – auch geschäftsschädigend auswirken kann. Auf Basis der vorliegenden Informationen können wir allerdings derzeit rechtliche Schritte gegen den Autor nicht empfehlen.
Vielleicht könnten Sie zufriedene Kunden ermutigen, Sie in Internetforen ausdrücklich weiter zu empfehlen – das würde auch die Reihenfolge der Google Suchergebnisse beeinflussen.“

Aus diesem Text geht sehr deutlich hervor, dass die Grenzen der üblen Nachrede im Internet sehr weit gesteckt sind und auf rechtlichem Wege sehr wahrscheinlich nicht viel erreicht werden kann.

Wie kann man sich also konkret gegen üble Nachrede im Internet wehren?

Die Möglichkeiten sind eher begrenzt, der rechtliche Weg ist in den meisten Fällen relativ aussichtslos und man muss selbst aktiv dagagen vorgehen. Die meisten Foren sind bei Anfrage bereit die entsprechenden Einträge zu löschen, manchmal ist aber der Zuständige Admin nicht zu erreichen oder reagiert nicht auf Anfragen. In solchen Fällen wirkt ein freundlicher „offline“ Brief mit dem dezenten Hinweis, dass man die Sache sonst an den Rechtsanwalt weitergeben wird, oft Wunder. Schwieriger ist es, wenn die üble Nachrede in dem Blog oder Webseite desjenigen veröffentlicht wird, der sie selbst verfasst hat. Hier helfen oft nur massive Drohungen, ich habe auch schon von einem Fall gehört in dem derjenige sogar mit Geld bestochen wurde damit er den Eintrag löscht…
Nicht so leicht herauszufinden und noch schwieriger zu eliminieren ist die üble Nachrede in sozialen Netzwerken wie Facebook & Co., oftmals befindet man sich logischerweise nicht unter den Freunden desjenigen, der mies über einen herzieht und so bekommt man das Genze nur dann mit, wenn jemand anderes aus dessen Freunde-Netzwerk Ihnen davon berichtet. Hier hilft dann ebenfalls nur das Drohen mit dem Anwalt oder sonstige Drohungen (wissen Sie vielleicht ob er seine Frau betrügt?) oder eine Üble-Nachrede-Gegenoffensive, die aber wohl eher nach hinten losgehen dürfte.
Alles in allem ist die üble Nachrede im Internet eine wirklich üble Sache und die Möglichkeiten dagegen vorzugehen sind leider ziemlich begrenzt.

Grundsätzlich sollte man so wenig wie möglich über sich selbst im Internet preis geben, nur echte Freunde auf Facebook hinzufügen und sich anonsten unauffällig verhalten. Wenn die Menschen zu viele Details über Sie wissen können diese allzu schnell gegen Sie verwendet werden oder aus dem Kontext genommen ein schlechts Licht auf Sie werfen.
Seien Sie auch sehr vorsichtig im Umgang mit anderen – zunächst freundlich erscheinenden Bloggern/Kollegen/Freunden – Blosse Meinungsverschiedenheiten können zu öffentlich aufgebauschten Grundsatzdiskussionen mit höchst beleidigenden Charakter werden. Nicht jeder ist so professionell und distanziert wie es die Kommunikation im Internet eigentlich erfordert.

Tanja Preuße

Interview-Reihe | Bedeutende deutsche Blogger | Teil 1: Tanja von crazytoast.de

Ich starte hier die wöchentliche Interview-Reihe „Bedeutende deutsche Blogger“ mit interessanten Bloggern, deren Blogs wirklich lesenswert sind, die deutsche Bloggosphäre bedeutend prägen und in keinem RSS-Reader fehlen sollten.

Teil 1: Tanja von crazytoast.de

Tanja

Tanja

Ich beginne hier mit Tanja, von crazytoast.de, einem Mischblog der mit interessanten Beiträgen von SEO-Tipps über Selbstständigkeit und Bloggen bis hin zur bewussten Ernährung viele Stammleser und Fans hat.

1. Wie bist Du überhaupt zum bloggen gekommen – was war für Dich der Anlass
crazytoast zu starten?

Ich war schon länger im Netz unterwegs und die Blogosphäre erschien mir irgendwie
interessant, so dass ich es einfach mal ausprobieren wollte, wie es ist so richtig zu
bloggen und dabei zu sein. Was das bedeutet und was es für mich für Potenziale und
Möglichkeiten bietet… Ich kannte das Netz vorher nur mehr oder weniger mit statisch
programmierten HTML Seiten oder Shops. Alles in allem eine ganz andere Welt.
Ich hatte vorher schon für ein paar Kunden WordPress Themes programmiert und so
erstellte ich mir einfach ein eigenes Theme und startete meinen Blog am 21.12.2008. Die
ersten Artikel wurden geschrieben und ich surfte durch die Blogosphäre und hinterließ
dort ein paar Kommentare und wartete ab was passiert. Gerechnet hatte ich mit ziemlich
wenig doch ich wurde positiv überrascht. Am 26.12.2008 gab es bereits den ersten
Kommentar auf meinem Blog, die ersten Leute fanden sich ein, kamen wieder und von da
an ging es langsam aber sicher aufwärts. Rückblickend kann ich diesbezüglich einfach nur
sagen: Ich war wahrscheinlich zur für mich richtigen Zeit mit den richtigen Themen am
richtigen Ort, denn es „fluppte“ von Anfang an.

2. Wie lange befasst Du Dich schon mit dem Web, bzw. welches technische Know-How
hast du Dir hierfür angeeignet?

Ich startete Anfang 2004 in die Selbständigkeit und dazu gehörte dann natürlich auch
eine eigene Homepage. Von allem so gar keine Ahnung und vor allem auch kein Geld um
solche Sachen beauftragen zu können, war dann meine Devise: do it yourself, learning by
doing. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, in der ich am liebsten meine Homepage mit
PowerPoint erstellt und hochgeladen hätte *lacht*.
Ich wühlte mich dann aber doch mit Frontpage durch die Erstellung meiner Homepages
und lernte so langsam aber sicher auch ein paar Brocken HTML. Mit dem Start meines
Shops wurde ich dann vor ganz andere Herausforderungen gestellt. HTML, ein bisschen
CSS und dann war da auch noch dieses komische PHP und MySQL… 😉 Learning by
doing und ganz langsam Schritt für Schritt voranarbeiten. Es gibt ja genug Anleitungen im
Netz und mit der Zeit wird Frau auch etwas mutiger und lernt vor allem auch immer dazu.
Tja, und dann kam irgendwann WordPress. Hierzu brauchte es vor allem CSS fürs
Theme Design und natürlich auch etwas HTML und wieder dieses schreckliche PHP
und MySQL… Mittlerweile finde ich gar nichts mehr schrecklich daran. Ich bin zwar
weit davon entfernt ein guter Programmierer zu sein (wir wollen ja die Kirche beim Dorf
lassen), aber das meiste was ich will, schaffe ich auch. Ich brauche schon sehr lange keine
WYSIWYG-Editoren mehr um etwas zu programmieren, sondern bediene mich schlicht
und ergreifend nur noch des Notepads und liebe es am Life-System rumzupfriemeln.

3. Crazytoast erzielt mehr als 1000 Besucher am Tag – wie hast Du diese stattliche Zahl erreicht? Nur dadurch, dass Du fast täglich bloggst oder gibt es noch andere Geheimnisse, die Du vielleicht mit uns teilen magst?
Nicht ganz, aber fast sind das meine Besucherzahlen. Das tägliche bloggen ist nicht
unbedingt dafür verantwortlich, aber doch gehört da eine gewisse Regelmäßigkeit dazu.
Im ersten Jahr habe ich täglich gebloggt, im zweiten Jahr wesentlich weniger und nun
im dritten Jahr bin ich gerade wieder täglich dabei. Content ist einfach King und nur wer
auch viel Gutes schreibt, hat auch wesentlich mehr Chancen auf gute Besucherzahlen.
Und ganz ehrlich gehöre ich mit meinen mittlerweile knapp über 600 Artikeln eher noch
zu den Kleinen. Ich denke mal ab 1000 Artikel wird’s erst langsam interessant. Mal sehen
wie lange ich dazu brauche.
Die Artikel stehen auf der einen Seite und sind in meinen Augen auch der wichtigste

Faktor. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Kommentieren. Und dabei meine ich nicht
das auf dem eigenen Blog, sondern bei den Blogger Kollegen. Kommentieren ist, wie
vieles andere in der Blogosphäre auch, ein Geben und Nehmen. Wenn ich bei anderen
Bloggern kommentiere, dann kommen die früher oder später (hängt auch von der Größe
des jeweiligen Blogs ab) auch zu mir.
Ähnlich verhält es sich auch mit den Verlinkungen (Pingbacks/Trackbacks). Wenn ich die
Artikel anderer Blogs in meinen Artikeln verlinke, dann verlinken die auch irgendwann
mal meine Artikel. Das hängt aber auch von der Qualität meiner Artikel ab, denn Quatsch
verlinkt keiner 😉

4. Wenn Du ein neues Webprojekt startest – welche Marketing-Massnahmen machst Du zuerst? Was kannst Du neuen Bloggern empfehlen um die Besucherzahlen zu Anfang zu steigern und regelmässige Leser zu gewinnen?
Das kommt immer darauf an, was für ein Projekt das ist, denn ein Patentrezept, das für
alle Webprojekte gleich ist, gibt es in meinen Augen nicht. Halt doch, eines: Content.
Ohne eigenen Content geht gar nichts 😉
Bloggern kann ich den Rat geben, hochwertige Artikel zu schreiben und vor allem nicht
irgendwelchen Mist online zu stellen oder gar automatisiert Content generieren zu lassen.
Das Geld liegt auch im Internet schon lange nicht mehr einfach so auf der Straße (einfach
hingehen und aufheben), sondern Geld verdienen, und darum wird es den meisten ja
gehen, bedeutet vor allem auch Arbeit. Und das nicht gerade wenig.
Aber selbst wer mit seinem Blog keine Monetarisierungsabsichten hegt, und vielleicht nur
auf Besucherzahlen Wert legt, wird um ordentliche Artikel nicht herum kommen. Content
ist und bleibt einfach King. Tja und dann im Prinzip das was ich schon in den anderen
Fragen geschrieben habe: kommentieren und in den eigenen Artikeln passend die Artikel
anderer Blogs verlinken. Vor allem auch die Inspirationsquellen für die eigenen Artikel
nennen, denn die meisten Blogger ärgern sich über Linkgeiz, wenn die eigenen Ideen in
Artikeln anderer Blogs zu finden und nicht mal eine Erwähnung wert sind. Und Finger
weg von automatisierten Lösungen und Plugins dafür, denn das ist Spam!

5. Wie hat Deine Arbeit Dein Leben verändert? Hast Du durch Deinen Blog Kontakt zu interessanten Menschen gewonnen und neue Geschäftskontakte aufgebaut oder siehst Du Dich mehr als Einzelkämpferin ohne grossen Bezug zu anderen?
Durch meinen Blog habe ich im Laufe der Zeit viele interessante und auch wertvolle
Kontakte zu anderen Bloggern gewonnen. Mit der Zeit kristallisieren sich auch
Freundschaften heraus und grundsätzlich ist es auch so, dass die Blogosphäre
untereinander sehr hilfsbereit ist.
Geschäftskontakte würde ich aber eher weniger sagen. Zum einen ist mit der Blogosphäre
selbst kaum bis wenig Geld zu verdienen und zum anderen suchen die meisten seriösen
Unternehmer nicht in der Blogosphäre nach Geschäftskontakten. Dafür läuft das Ganze
wahrscheinlich doch eine Spur zu privat und persönlich. Es gibt zwar viele Anfragen, die
sich vor allem um Links und Artikel drehen, aber der Wille nach anständiger Bezahlung
liegt dabei meist so niedrig, dass dies kaum der Rede wert ist. Unterm Strich zu 90%
Verarschung. Sorry, wenn ich mich hier so direkt ausdrücke, aber wer denkt ich blogge
und verlinke kommerzielle Seiten für einen Brillenputztuch oder eine Tafel Schokolade,
der hat sich gänzlich geschnitten. Werbung kostet Geld und warum sollte das in der

Blogosphäre anders sein? Schon aus Prinzip nicht!
Das heißt jetzt nicht, dass Geschäftskontakte nicht möglich sind mit einem Blog. Sicher
sind sie das, aber in meinen Augen muss, wer Geschäftskontakte knüpfen möchte (z.B.
zur ordentlichen Vermarktung von Werbeplätzen) schon selbst in die pushen kommen
und selbst verkäuferisch aktiv werden. Von alleine kommt da nur wenig bis gar nichts.
Und ich persönlich muss ehrlich zugeben, dass ich in diesen Bereichen leider so gar keine
Stärken besitze.
Weiter denke ich, dass ein Schwachpunkt der Blogosphäre in diesem Monetarisierungs-
Blickwinkel ist, dass die meisten Blogger entweder Privat oder Nebenverdiener sind. Wer
das Gehalt seines Arbeitgebers im Nacken hat, sieht vieles mit anderen Augen. Da ist oft
auch der 10er nebenbei gern sehen, obwohl das Ganze realistisch und wirtschaftlich in so
gar keinem Verhältnis steht. Unterm Strich brauchen wir uns also auch gar nicht wundern,
dass die Blogosphäre von der freien Wirtschaft belächelt, ausgenutzt und verarscht wird,
es ist praktisch ein „hausgemachtes“ Problem.

6. Wie schätzt Du die deutsche Bloggerszene im Vergleich zur englischsprachigen ein – was sind für Dich die Vor- und Nachteile auf deutsch zu bloggen?
Ich muss hier leider passen, denn ehrlich gesagt habe ich mich mit der englischprachigen
Szene bis dato so gar nicht auseinandergesetzt. Ich lese zwar immer wieder mal den einen
oder anderen „Fetzen“ darüber in anderen Blogs, doch kann ich deren Wahrheitsgehalt
mangels Sachkenntnis nicht prüfen.
Deutsch ist meine Muttersprache und ich bin zwar auch des Englischen mächtig, sowie
auch teilweisen des Italienischen, dennoch würde ich ausschließlich nur in meiner
Muttersprache bloggen, denn nur so kann ich auch ordentliche, inhaltlich ansprechende
und aussagekräftige Artikel „produzieren“. Ich habe in der Vergangenheit auch immer
mal wieder etwas als Übersetzerin gearbeitet (habe auch 1 Jahr in Italien gelebt und
gearbeitet) und diese Sachkenntnis und Erfahrung hat mich gelehrt immer nur von der
Fremdsprache in die Muttersprache zu übersetzen, nie andersherum. In der Fremdsprache
werden wir uns in der Regel (außer wir leben bereits Jahre im entsprechenden Land und
sind der Sprache wirklich mächtig) nie so ausdrücken können wie ein Muttersprachler und
damit auch nie wirklich seriöse Ergebnisse produzieren können.

7. Wärest Du grundsätzlich offen dafür mit anderen Bloggern zu kooperieren und
gemeinsame Projekte zu starten – wenn ja mit wem und zu welchen Themen/Produkten?

Das kommt wirklich darauf an, so dass ich hier weder pauschal „ja“ oder „nein“ sagen
kann. Ich würde das sicherlich nicht aus „Spaß an der Freude“ machen, denn meine Zeit
will auch sinnvoll und gewinnbringend eingesetzt werden. Als Selbständige liegt mein
Blickwinkel vor allem auf „was bringt mir das wann“, denn „viel Zeit für wenig Geld“
Projekte gibt es viel zu viele, um daran finanziell und existenziell verhungern zu können.
Und meine doch geringe Freizeit verbringe ich lieber fernab vom Computer mit der
Familie.

8. Wie sehen Deine Zukunftspläne aus – was hast Du Dir für 2011 vorgenommen?
Ich bin keine große Planerin, sondern nehme das Leben so wie es kommt und versuche
das Beste draus zu machen. In diesem Sinne kann ich hier nur meine Wünsche nennen:
Gesundheit, Glück und Erfolg.

9. Wie schätzt Du meinen Blog ein (konstruktive Kritik absolut erwünscht) und welchen Rat könntest Du mir geben um meinen Blog weiter nach vorne zu bringen?
Es kommt auch immer ganz darauf an, was Du für Ziele verfolgst.
Wenn ich mir Deine Artikelanzahl (stimmt die mit den Zahlen hinter den Kategorien
überein?) und die Frequenz so ansehe, dann wäre hier ein guter Punkt anzusetzen. Content
is King. Ansonsten dürftest Du vielleicht einige Anregungen in meinen Antworten dieses
Interviews finden.
Weiter ist mir aufgefallen, dass Du in Deinen Artikeln die Anredeform „Sie“ verwendest.
Für einen Blogger ziemlich auffällig anders, denn wir nutzen eigentlich fast alle
das „Du“. Aber auch hier kommt es wieder auf Deine Ziele drauf an. Wenn Du rein nur
monetarisieren willst, also ein rein kommerzielles Projekt am Start haben willst, dann
ist „Sie“ sicherlich die bessere Wahl, willst Du richtig bloggen, dann fährst Du mit „Du“
wahrscheinlich besser.
Wenn Du Wert auf Kommentare legst, dann wäre es eine interessante Idee, Deinen
Blog „nofollow free“ zu gestalten. Damit kommt zwar auch wesentlich mehr Spam und
Du hast bei der Moderation mehr Arbeit, aber für Kommentatoren ist das immer auch ein
Zugpferd.

Vielen Dank für Deine Ratschläge in der letzten Frage, ich selbst halte allerdings nicht so viel davon meine Leser zu dutzen, denn ich kanne sie ja nicht persönlich und irgendwie erscheint mir das dann als etwas respektlos und ich finde auch dass das Dutzen einen Blog total unprofessionell und privat erscheinen lässt. Ich schreibe einem interessierten Fachpublikum – nicht irgendwelchen Dullies… Aber das liegt vielleicht auch mit an meinen Erfahrungen aus der Zeit als ich noch in Deutschland war und nebenher einen Laden hatte in dem ich hochwertige Kosmetik-Produkte und Möbel verkauft habe – und die Kunden, die mich gleich dutzten waren auch immer die ohne Geld oder den Willen welches auszugeben, die herum diskutiert haben wegen der Preise und am Ende meist doch nichts kauften… Daher wahrscheinlich meine Abneigung gegen vorschnelles Dutzen – also ich denke es ist ok auf einem persönlich-privaten Blog – aber bei technischen Know-How-Texten finde ich es irgendwie einfach fehl am Platz.

Das mit dem nofollow-free ist mein Fehler, denn das entsprechende Plugin, das ich eigens dafür installiert hatte funktioniert leider nicht… Ich werde mich sofort darum kümmern

Vielen Dank, liebe Tanja für das aufschlussreiche Interview. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit Deinem Blog crazytoast.de, der wie schon erwähnt bestes RSS-Futter ist…!

int. Blogverz.

180 Internationale RSS- und Blogverzeichnisse:

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