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Leben in Perú | Öffentliche Verkehrsmittel

Wieder mal ein kleiner Bericht über das Leben in Lima…

Da ich mich nach wie vor nicht traue in dem chaotischen Stadtverkehr von Lima selbst zu fahren, muss ich mich mit den verschiedensten Verkehrsmitteln hier fortbewegen. Anders als man es vielleicht aus europäischen Städten kennt ist in Lima jedes zweite Fahrzeug ein Taxi oder Bus und es scheint jeder, der ein Auto besitzt Taxi zu fahren und die Lizenz dafür ist ist wohl auch keine Hürde.

Das System der öffentlichen Verkehrsmittel in Lima ist ganz interessant und in Ermangelung von U-Bahn oder Strassenbahn müssen sich die Limeños eben anders behelfen:

Taxi


Das Taxifahren in Lima ist ein Wissenschaft für sich, als erstes sollte man sehr genau wissen so man hin will und den Weg dahin dem Taxifahrer einigermassen erklären können, falls es sich nicht um einen markanten Anlaufpunkt handelt. Dann sollte man ein bisschen verhandeln, mindestens 2-3 Soles sollte der Taxista schon vom Preis runtergehen. Anschließend muss man sich sorgfältig in einen warmen Schal wickeln, der Ohren, Hals und Nase gut bedeckt, denn aus welchem Grund auch immer fahren alle Taxistas mit weit runter gedrehten Scheiben so dass man als Fahrgast den vollen Fahrtwind ins Gesicht bekommt (was üble Entzündungen verursachen kann!). Generell sollte man aus Sicherheitsgründen vermeiden alleine Taxi zu fahren, ich habe da schon haarsträubende Geschichten gehört…

Moto


In den ärmeren Stadtvierteln gibt es die Moto-Taxis, die einen für 1-2 Soles vier bis fünf Strassen weiter bringen. Ich fahre ganz gern im Moto, weil es immer so was halsbrecherisches hat, man muss dazu wissen, dass die Moto-Fahrer sich ohne mit der Wimper zu zucken in den dichtesten Verkehr stürzen und nicht lange fackeln quer über eine stark befahrene Hauptstrasse zu fahren (unbedingt fest die Augen schließen!). Also ich frage mich immer woher sie wissen, dass sie durchgelassen werden – gibt es eine Art Gedankenübertragung oder geheime Zeichen? Ohne dieses Geheimwissen werde ich hier wohl nie Auto fahren können…

Micro


Kleinbusse, die auf bestimmten Routen fahren nennen sich Micro. Es gibt kaum richtige Bushaltestellen und die Dinger halten eigentlich immer überall auf zuwinken. Diese Fortbewegungsart ist schon etwas für Fortgeschrittene ohne Berührungsängste, allein traue ich mir das als Gringa nicht. Die Micros sind meist gestopft voll und man muss innerhalb von Sekunden auf und abspringen. Kosten liegen je nach Länge der Strecke bei 3 – 5 Soles.

Bus


Die meisten Busse sehen tatsächlich so aus wie dieser hier abgebildete… Busse haben längere Routen als Micros und sind noch etwas günstiger auf die Strecke gerechnet. Zu den Stosszeiten sieht man die Leute wie Sardinen darin eingequetscht. Die Peruaner haben eine grosse Ruhe beim Busfahren und es scheint als haben sie sich schlicht an die Verhältnisse gewöhnt und können es sich nicht anders vorstellen. Ich habe mich noch nie in einen grossen Bus gewagt…

Sobald ich mich traue hier Auto zu fahren werde ich das sicher auch berichten…